Julia Feldmann Bürgermeisterkandidatin der Norder SPD

Veröffentlicht am 18.05.2016 in Kommunalpolitik
 

Julia Feldmann

Bei der SPD-Nominierungskonferenz im Weiterbildungszentrum in Norden setzte sich Julia Feldmann mit 100 zu 76 Stimmen in nur einem Wahlgang gegen ihren Mitbewerber Olaf Wiltfang durch. 179 Mitglieder aller vier SPD-Ortsvereine waren gekommen, um ihre Stimme abzugeben. Zwei Mitglieder der SPD gaben offenbar keine Stimme ab, ein Genosse enthielt sich. Damit kandidiert die 45-Jährige am 11. September für das Amt des Bürgermeisters in Norden.

Nachfolgend dokumentieren wir die Rede von Julia Feldmann, die sie auf der Mitgliederversammlung gehalten hat: 

 

Liebe Genossinnen, liebe Genossen!

ich bewerbe mich um das Amt der Bürgermeisterin in Norden.

Nicht, weil ich das Parteibuch der Mehrheitspartei  habe.

Nicht, weil  ich berufliche Ambitionen auf einen gut bezahlten Job habe.

Sondern, weil ich für unsere Stadt und die Ortsteile Positives bewirken will!

Dazu bringe ich viel Erfahrung in der Kommunalpolitik mit:

20 Jahre ununterbrochen im Stadtrat, davon viele Jahre als Vorsitzende des Fachausschusses für Jugend, Bildung, Soziales, Sport und Kultur und als Mitglied im Verwaltungsausschuss. Beste Erfahrungen also für das Amt der Bürgermeisterin. 

Ich bin über die politische Arbeit und meinen Beruf hervorragend vernetzt mit der Wirtschaft und den politischen Akteuren in Kreis, Land und Bund.

Und ich bringe eines mit: Leidenschaft für die Kommunalpolitik und Freude an der Arbeit mit Menschen.

Doch der Reihe nach:  Lasst mich ganz klassisch mit meinem persönlichen Steckbrief beginnen.

Vor fast 46 Jahren bin ich als 6. von 7 Kindern in einer politischen Familie groß geworden. Die große Familie und das politische Engagement meiner Eltern - das hat mich geprägt!

Folgerichtig bin ich 1988 in die SPD eingetreten und habe mich immer für die Interessen von Familien und Kindern engagiert.

Während meiner Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellten bin ich Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter geworden; ich habe sie anfangs allein groß gezogen. Sarah lebt und arbeitet als Krankenschwester in Oldenburg. Mit meinem Mann Uwe bin ich fast auf den Tag seit 20 Jahren verheiratet. Im Jahr 2000 wurde unsere Tochter Imke geboren.

Ich war immer berufstätig, seit 1990 als Parteisekretärin in der SPD-Geschäftsstelle  im Burggraben.

Ich bin in Norden nicht nur zuhause, ich bin hier tief verwurzelt. Und deshalb bin ich Mitglied in vielen Vereinen.

Um die Wichtigsten zu nennen:  die AWO, die Gewerkschaft Ver.di, der Kinderschutzbund,   der Freiwilligen Feuerwehr Norden, der Norder Hospizgruppe und – auch  das ist mir wichtig zu erwähnen  – ich bin und bleibe Mitglied der Evangelischen Kirche!

Liebe  Genossinnen, liebe Genossen,

ich trete an, weil ich überzeugt bin, dass ich Norden weiter voran bringen kann. Nicht alleine. Sondern gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den motivierten und  qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung (mit denen ich in der Vergangenheit gut und gerne zusammengearbeitet habe!) sowie einem engagierten Stadtrat. Ich will arbeiten zum Nutzen aller Bürgerinnen und Bürger.

Ich bringe meine Stärken ein:

  • Ich bin kommunikativ- ich habe keine Hemmungen, auf die Menschen zuzugehen und eine bürokratische Sprache kann ich sprechen – muss ich aber nicht.

  • Ich bin vertrauenswürdig, weil ich es verstehe, die notwendig werdenden Regelungen transparent und nachvollziehbar zu machen.

  • Ich bin glaubwürdig, weil Handeln und Reden bei mir zusammenpassen.

  • Ich bin ehrlich – ich handele geradlinig und ein Herumtricksen ist mir zuwider.

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,

Bürgermeisterin zu sein ist so viel mehr als nur Verwaltung.

Zunächst einmal: Die Bürgerschaft wird durch den Rat und den Bürgermeister vertreten. Beide Organe, Rat und Bürgermeisterin, stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Die Beantwortung der Frage, was zuerst getan werden soll, welche Alternativen und welche Prioritäten ausgewählt werden sollen –

das ist Politik.

Die Gestaltung,

die Auseinandersetzung über die künftige Entwicklung der Kommune, das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger,

die Festlegung von Prioritäten,

das ist die Sache der politischen Gremien und der öffentlichen Diskussion.

Und die hauptamtliche Bürgermeisterin ist mittendrin.

Sie ist nicht nur die Leitfigur für das politische Klima in der Gemeinde, sie ist auch dafür verantwortlich, dass die Verwaltung eine ergebnisorientierte und fachlich fundierte Vorarbeit abliefert.

Denn Aufgabe der Verwaltung ist es, Politik in konkretes Handeln umzusetzen.

Ich sehe die Bürgermeisterin auch als Katalysator.

Für mich bedeutet das:

Die unterschiedlichsten Standpunkte, Interessen und Kontroversen deutlich zu machen,

das Gemeinsame zu formulieren und die Lösung mit den gesellschaftspolitischen Trends und den Leitbildern der Stadtentwicklung zu verbinden,

das ist eine wichtige Aufgabe der Bürgermeisterin.

Die Bürgermeisterin ist auch eine Koordinatorin. Für mich bedeutet das:

Interessengruppen,

Investoren,

Experten,

Betroffene und Parteien zusammenzuführen und dialogfähig zu halten.

Die Bürgermeisterin schafft Verbindung und geht  auf alle Bürgergruppen und Einzelpersonen zu -  auch wenn sie sie noch drei Tage zuvor scharf angegriffen haben. 

Die Bürgermeisterin ist Mittlerin zwischen Verwaltung und Bürgern, steht im Dienst der Gesamtentwicklung.

Es muss eine Vertrauenskultur mit den Bürgern entwickelt werden, die auf Basis von

Information,

Beratung,

Kommunikation und

Aktivierung beruht.

Und ja – selbstverständlich: Die Leitung und die Reformierung der Verwaltung sind wichtige Aufgaben der Bürgermeisterin.

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,

der Wunsch der Politik nach Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen des Haushaltes ist groß  -  wenn man sich die Zahlen anschaut, aber doch eher bescheiden.

Für das Haushaltsjahr 2016 stehen ganze 3,4 Mio Euro für Investitionen zur Verfügung.  Nur rund 800 Tausend Euro bringen wir aus eigenen Mitteln auf – der größte Teil wird über Zuwendungen von Bund und Land und vor allem über eine Aufnahme von Krediten finanziert  - das sind schon allein 1,3 Mio Euro.

Dreiviertel der Investitionen sind fest verplant – für Schulen und Kindergärten,

für  neue Straßen

oder den städtebaulichen Denkmalschutz.

Da bleibt nicht viel für unsere Wünsche übrig.

Wir brauchen also Antworten auf die Fragen:

  • wie können wir unseren Haushalt so gestalten, dass wir zukünftige Investitionen nicht mit Krediten finanzieren, die unsere Kinder und Enkelkinder abbezahlen müssen?

  • welche Prioritäten setzen wir in den nächsten Jahren für Investitionen?

Ich möchte Euch,  trotz der auch in Zukunft angespannten Haushaltslage drei Themen nennen, die mir besonders am Herzen liegen:

Wir dürfen die Augen vor dem demografischen Wandel nicht verschließen.

2030 wird fast jeder 2. Einwohner unserer Stadt 60 Jahre und älter sein.

Welche „Seniorenstrategie“ müssen wir also entwickeln?

Eigentlich ganz einfach: Wir brauchen attraktive Lebensbedingungen für junge Familien, damit diese gerne in Norden bleiben.

Gibt es genug bezahlbaren Wohnraum in unserer Stadt? Bei dieser Frage geht es nicht nur um Mietwohnungen für Alleinstehende (damit meine ich Ältere ebenso wie Junge, gut Betuchte und Menschen mit wenig Einkommen) und für Familien, sondern auch um eine „verträgliche“ Entwicklung von Bauland in unserer Stadt.

Die in diesem Jahr in den städtischen Haushalt eingebrachten 650.000 Euro für sozialen Wohnungsbau müssen jetzt mit Leben gefüllt werden. Wir müssen uns verlässliche  Partner aus der Wirtschaft suchen, mit denen wir die richtigen Projekte benennen und schnell umsetzen können.

Ich werde einen“ runden Tisch“ zu diesem Thema initiieren und die Experten aus der Verwaltung, Investoren, Betroffene und die Politik zusammentrommeln, damit es hier voran geht!

Wie stärken wir Wirtschaft und Tourismus? Und dazu gehört auch: Wie können wir junge Erwerbstätige von der Abwanderung abhalten? Ganz klar – sie bleiben nur in Norden, wenn sie hier Ausbildungs- und Arbeitsplätze finden. Wie können Verwaltung und Stadtrat die in Norden ansässigen Firmen unterstützen und somit für zukunftsorientierte Arbeitsplätze vor Ort sorgen? Sind wir für die Entwicklungen in der digitalen Arbeitswelt ausreichend aufgestellt?

Dafür die richtigen Antworten zu finden, das wird in der kommenden Ratsperiode eine echte Herausforderung sein. Ich sage ehrlich: Ich habe kein Patentrezept.  Aber mir ist klar, dass wir der Wirtschaftsförderung insgesamt mehr Aufmerksamkeit widmen müssen.

Ich werde dem neuen Stadtrat deshalb vorschlagen, jeweils einen eigenen Ausschuss für Wirtschaft und für Tourismus einzurichten! Bisher werden beide Themen in einem Ausschuss diskutiert – und mein Eindruck ist: Beide Themen – also Wirtschaft und Tourismus – kommen zu kurz.

Wie entwickeln wir den Tourismus als Wirtschaftszweig weiter?  Die „weiße Industrie“ ist in unserer Region der größte Arbeitgeber! Dem müssen wir Rechnung tragen. Die Entwicklungen in diesem Bereich müssen ausführlich und für die Öffentlichkeit transparent diskutiert werden! Ein eigener Tourismus-Ausschuss ist ein erster Schritt!

Als langjährige Vorsitzende des für die Krippen, Kindergärten und Schulen zuständigen Fachausschusses habe ich maßgeblich daran mitgewirkt, dass die meisten Kinder ab einem Jahr in einem Mix von städtischen Einrichtungen und freien Trägern qualifiziert betreut werden. Es geht hier nicht nur um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, es geht auch um die Förderung der geistigen, moralischen, kulturellen und körperlichen Entwicklung von Kindern.

Die ersten Jahre gelten als Zeitfenster mit besonderen Entwicklungs- und Lernchancen, in dem die Grundlagen für alle späteren Lernprozesse gelegt werden.

Gerade im Krippenbereich haben wir in den letzten Jahren viel getan und ich werde auch in Zukunft ein starkes Augenmerk auf ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot in unserer Stadt legen – immer abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kinder und der Eltern.

Wie geht es mit den Norder Grundschulen weiter? Die Zahl der Kinder geht zurück – was bedeutet das gerade für die kleinen Standorte in Leybucht und Norddeich? Ich sage Euch – ich werde alles tun, damit diese Grundschulen nicht geschlossen werden! Denn dort wird hervorragende Arbeit geleistet.

Liebe Genossinnen und Genossen,

es ist Zeit, Danke zu sagen. Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen so viel Zuspruch erhalten, ich habe viele ermutigende Anrufe, Mails und Kurznachrichten bekommen – oft verbunden mit der klaren Aufforderung: Julia, Du musst das machen! Viele Menschen haben mich direkt angesprochen und damit ihre Verbundenheit signalisiert. Das ist ein gutes Gefühl. Ich danke Euch dafür!

Aber natürlich sind auch kritische Töne zu hören. Was ich schade finde: Vieles, was geäußert wurde, war deutlich unterhalb der Gürtellinie. Das ist ein Umgang, der nicht zu unserer Partei passt.

Was sich an Kritik herausfiltern lässt, ist dieses:    

„Ich habe meine Lehre nicht beim Landkreis gemacht.“

Ich sage ganz deutlich: Und trotzdem kann ich Bürgermeisterin werden und eine Verwaltung führen!

Ich bin bereit, mich dieser Verantwortung zu stellen!

Für all das, liebe Genossinnen und Genossen, brauche ich keine Verwaltungserfahrung.

Dafür brauche ich genau das, was ich mitbringe:

  • kommunalpolitische Erfahrung und
  • die Liebe zu den Menschen in unserer Stadt.

Und vor allem: Ich habe die Fähigkeit, für die politischen Ziele Mehrheiten zu organisieren.

Ich werde die Bürgermeisterin aller Menschen in unserer Stadt sein.

Und ich werde mich öffentlich zu meiner Partei bekennen,

denn ich weiß, wo ich herkomme und ich weiß, was ich meiner Partei zu verdanken habe.

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,

Ich brauche jetzt Eure Unterstützung.

Ich bitte Euch heute um Euer Vertrauen und Eure Stimme.

Gebt mir den Auftrag,  im September für die Norder SPD anzutreten und für das Amt der Bürgermeisterin zu kandidieren.

Gemeinsam können wir es schaffen!

 
 

Wir für Johann Saathoff- Wahlaufruf

Gemeinsam für Norden

Unser Bundestagsabgeordneter Johann Saathoff

http://www.Johann-Saathoff.de

 

Unser Landtagskandidat Matthias Arends

http://www-Matthias-Arends.de

Unser Europaabgeordneter Tiemo Wölken

 

http://www.tiemo-woelken.de

 

 

 

WebsoziInfo-News

21.11.2017 20:36 SPD-Chef zum Scheitern von Jamaika – Es ist genügend Zeit
Nach dem Scheitern der Sondierungen zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen geht SPD-Chef Martin Schulz davon aus, dass jetzt die Wählerinnen und Wähler das Wort haben. Für eine Große Koalition, bekräftigte Schulz, stehe die SPD nach wie vor nicht zur Verfügung. Die FDP hat sich davon gemacht und Angela Merkel steht jetzt ohne Verhandlungspartner für

21.11.2017 20:33 Die FDP hat Angst vor der eigenen Courage
Im Interview mit der Funke Mediengruppe erläutert Carten Schneider die Position der SPD und die mangelnde Ernsthaftigkeit der Freidemokraten. Das Interview auf spdfraktion.de

21.11.2017 18:33 Siemens steht in der Verantwortung – kein Kahlschlag im Osten
Die bekannt gewordenen Pläne von Siemens zum Arbeitsplatzabbau sind nicht hinnehmbar. Ein Unternehmen mit Milliardengewinnen kann nicht die ohnehin schwachen Industriestrukturen in Ostdeutschland erheblich weiter schädigen, wie es durch die beabsichtigte Schließung der Werke in Leipzig und Görlitz und durch den geplanten aber noch unklaren Verkauf des Werks in Erfurt beabsichtigt ist. „Siemens sollte als

19.11.2017 19:01 „Das wird eine Koalition des Misstrauens“
SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles kritisiert das Gegeneinander der Jamaika-Parteien. Und sie erklärt, was die SPD-Fraktion tun muss, um die Menschen wieder besser zu erreichen. Interview mit Andrea Nahles von der Funke Mediengruppe auf spdfraktion.de

16.11.2017 09:26 Im Bereich Digitalisierung wagt Jamaika keinen großen Wurf
Bundeskanzlerin Merkel und FDP-Chef Lindner haben zur Digitalisierung Deutschlands in den letzten Monaten große Ankündigungen gemacht. Davon ist bei den „Jamaika“-Sondierungen wenig zu sehen, kritisiert Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Mit „Trippelschritten“ könne Deutschland seinen gewaltigen Rückstand nicht aufholen. „Im Bereich Digitalisierung wagt Jamaika keinen großen Wurf. Das Zukunftsthema Nummer eins wird wie ein Randthema behandelt.

Ein Service von websozis.info

Besucher:206048
Heute:18
Online:1